Ein Vortrag oder ein Konzert erfordert ständige Reizaufnahme und Beantwortung in unterschiedlichster Weise. Neben der rein sachlichen, fachlichen, analytisch rationalen Verarbeitung des Verstandes, läuft parallel die seelische,music stimmungsmäßige Reizverarbeitung über Gefühle und die Körperempfindungen, nachfolgend die geistige Verarbeitung als Resumée. Luft als Substanzträger für Schall ermöglicht den Aufbau eines hochsensiblen Informationsaustausches zwischen den Menschen.

Nehmen wir in der Musik den Atem als Ausgangspunkt, erfahren ihn ganzheitlich über die körperliche Empfindung, dann ermöglichen wir ein Musizieren wobei wir die ursprünglichste Atembewegung, den Atemreflex, zulassen können.

Im Umgang mit dem Atemreflex, entschlüsselt sich für uns die Quelle des inneren Atems, der Wurzel unseres persönlichen Atems, der im Körper am Ende der Wirbelsäule beginnt und eng in Verbindung mit unseren Füßen steht.

Durch Hingabe und innere Sammlung kann diese große autonome Kraft ins Strömen und Fließen kommen. Das ist zunächst ein Geschehen lassen, ein Ruhen, bis nach einer Weile die Sammlung dieser tiefen Atembewegung aus sich selbst entsteht, rhythmisiert und uns mit Atemsubstanz in Begegnung bringt.

Es ist auch diese innere Atembewegung mit der wir beim Musizieren arbeiten im Zusammenspiel mit dem äußeren Atem, den Polaritäten, den weichen Widerständen, dem Gesetz des Rhythmus und den Schwingungen. Die vertikale Schwingung des Zwerchfells (Diaphragma), des Beckenboden (Diaphragma pelvis, urogenitale) und des Mundboden (Diaphragma oris), ist verantwortlich für die Ansprache des Tones. Die horizontale Schwingung der Zwischenrippenmuskulatur, die erst aus der vertikalen Schwingung entstehen kann, ist verantwortlich für die Melodieführung und Tonspannung in Zusammenarbeit mit dem weichen Widerstand zum Boden.

Obwohl während des Musizierens die Atempause wegfällt, kommt das Wissen darüber in der Pause der Musik zur Wirkung.

Übung, Ausdauer, Genauigkeit und Geduld sind notwendig um sich dem inneren Atemweg bewusst zu werden, ihn zuzulassen, zu beleben und mittels Bewegung und Ton zum Ausdruck zu bringen.

water

Photo © Guido F. Wierer

Strömender Klang
in
Harmonie der Töne
im Nichts
das alles ist!

„Ein-Klang“

mww.

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